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Hamlet

von William Shakespeare
Deutsch von Andrea Schanelec und Jürgen Gosch

Termine

  • 17.11.2019 16:00 Uhr Großes Haus, Stralsund
  • Einführung um 15.15 Uhr im Foyer und anschl. Nachgespräch SENF DAZUGEBEN mit dem Dramaturgen Oliver Lisewski
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  • 23.11.2019 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • anschl. Nachgespräch SENF DAZUGEBEN mit Regisseur Reinhard Göber
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  • 21.12.2019 19:30 Uhr Großes Haus, Stralsund
  • Einführung um 18:45 Uhr im Foyer
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  • 29.12.2019 16:00 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen
  • 12.01.2020 18:00 Uhr Großes Haus, Stralsund
  • 01.02.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen
  • 04.03.2020 10:00 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen
  • 08.03.2020 16:00 Uhr Großes Haus, Stralsund Karten kaufen
  • 09.03.2020 10:00 Uhr Großes Haus, Stralsund Karten kaufen
  • 03.04.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen

Als Prinz Hamlet vom Studium aus Wittenberg nach Dänemark zurückkehrt, ist sein Vater tot und seine Mutter Gertrud bereits neu vermählt — mit Claudius, dem Bruder des toten Königs. „Etwas ist faul im Staate …“. Hamlet durchschaut den Königsmord und will Rache am neuen König üben. Als Claudius überführt ist, zögert Hamlet jedoch, ihn zu töten. Claudius lässt Hamlet bespitzeln und nach England schicken, dieser lässt sich jedoch nicht einfach abwimmeln. Hamlet findet keinen Halt und beginnt seinerseits zu töten.

„Hamlet“ steht seit mehr als 400 Jahren zwischen Macht und Ohnmacht, Politik und Philosophie, Wahnsinn und Wissenschaft, Vergangenheit und Zukunft und fordert je neue Interpretationen heraus.

PRESSESTIMMEN

Hamlet im digitalen Zeitalter

Das Theater Vorpommern bringt gelungene Inszenierung auf die Bühne / Weitere Aufführungen wird es in Stralsund und Greifswald geben

Seit mehr als 400 Jahren feiert Shakespeares ,,Hamlet’’ auf den Bühnen der Welt Triumphe. Der Grund für die ungebrochene Popularität liegt in der Behandlung zeitloser Menschheitsthemen. Das Theater Vorpommern hat nun mit diesem ,,Hamlet“ eine durchaus gelungene Inszenierung in Greifswald auf die Bühne gebracht.

Zur Handlung von „Hamlet“: Es ist etwas faul im Staate Dänemark. Der König ist ermordet worden. Sein Mörder ist der eigene Bruder Claudius. Dieser hat nun den Thron bestiegen und zudem dessen Frau Gertrud geheiratet. Hamlet, der junge Prinz von Dänemark, wird vom Geist seines Vaters aufgefordert, den Mord zu sühnen. Hamlet entlarvt mithilfe einer Schauspielergruppe, die die Ermordung des Vaters in Szene setzt, den Mörder Claudius. Der verlässt den Ort der Aufführung in panischer Hast. Zur letzten Konsequenz, der Bestrafung des Täters, ist Hamlet jedoch nicht fähig. Auch in dieser Frage ist er der intellektuelle Zauderer.

Eine Haltung, die er auch gegenüber Ophelia, Tochter des königlichen Chefberaters Polonius, zeigt. Von inneren Widersprüchen zerrissen, unergründlich, zaudernd und sich immer wieder hinterfragend, ist er nicht in der Lage, die Liebe Ophelias dauerhaft zu erwidern. Als Hamlet ihren Vater versehentlich tötet und zudem von Claudius nach England geschickt wird, verfällt Ophelia dem Wahnsinn und nimmt sich das Leben. König Claudius versucht, sich Hamlets mithilfe eines Mordkomplotts, in den auch Ophelias Bruder Laertes verwickelt ist, zu entledigen. Dabei kommt es zur Katastrophe. Alle Hauptfiguren sterben. Fortinbras, der norwegische Kronprinz, betritt am Ende die Bühne. Er verkörpert die hoffnungsvolle Zukunft für die dänische Monarchie.

Das Greifswalder Theater nutzte in seiner Neubearbeitung des Stückes von Angela Schanelec und Jürgen Gosch den immensen Spielraum, den William Shakespeare auch folgenden Generationen ließ. Unter der Regie von Reinhard Göber gelang die Transformation der Tragödie ins digitale Zeitalter. Das Ensemble beweist, dass das Stück auch heute noch jung, frisch und zeitgemäß und zudem in der Lage ist, aktuelle Probleme zumindest anzureißen. Die da unter anderem sind: das Verhältnis von Familie und Staat, Liebe und Hass, Vertrauen und Verantwortung. Fragen, die angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft, der Umweltkrise und kriegerischer Konflikte auch die Greifswalder Aufführung unterschwellig aufwirft. Wohltuend modern kommt der Greifswalder ,,Hamlet’’ daher. Auch, weil sich die Bearbeiter nicht sklavisch an die Vorlage halten, sondern eine moderne Fassung vorlegen. Schon der Einstieg in die Tragödie macht die unkonventionelle Herangehensweise deutlich: Jäh unterbricht Ballermann-Musik das getragene Akkordeonspiel Ophelias. ,,Ekstase ohne Grenzen. Wir wollen dancen!’’, dröhnt es durch den Raum. Ein Hinweis auf den intensiven psychischen Ausnahmezustand, in dem in den nun folgenden 165 Minuten die shakespearischen Figuren leben werden. Eine extreme Situation, in der sich besonders Hamlet, dargestellt von Tobias Bode, fast dauerhaft befindet.

Er gibt den ewigen Zauderer und Zweifler in glaubhafter Art und Weise. Er bringt zudem seine Jugendlichkeit so erfrischend ein, dass der Zuschauer ihn durchaus als einen Heutigen akzeptiert. Amüsant sein häufiges Agieren mit dem Handy, dessen Display sogar die Rolle des väterlichen Geistes übernimmt und ihm so den Königsmörder offenbart.

Ebenso erfrischend mimt Friederike Serr die Rolle der Ophelia als den Typ einer selbstbestimmten, emanzipierten Frau von heute, die ihr Recht auf Liebe einfordert. Auch das Königspaar, Claudius (Markus Voigt) und Gertrud (Claudia Lüftenegger), beeindruckt mit seinem Spiel. Das gegenseitige hemmungslose Begehren wird damit als eines von mehreren Mordmotiven – neben Machthunger und Besitzgier – nachvollziehbar. Dass beide letztlich scheitern werden, ist in ihrer Darstellungsweise überzeugend angelegt. Hubertus Brandt gibt Ophelias Bruder Laertes als charismatisch und zielstrebig, zeichnet ihn aber ebenso als überstürzt, als er den Tod seines Vaters an Hamlet rächen will. Köstlich Stefan Hufschmidt als Rosencratz und Jan Bernhard als Guildenstern. Beide treiben die Handlung oft mit komödiantischen Mitteln voran.

Das Publikum dankte allen Mitwirkenden mit minutenlangem Applaus. Werner Geske (Ostseezeitung, 14.10.2019)

 
Theatermachen. Kämpfen. Sein.