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Me and My Girl

Musical in zwei Akten von Noel Gay
in deutscher Sprache

Buch und Gesangstexte von L. Arthur Rose und Douglas Furber
Deutsch von Mary Millane, Hartmut H. Forche und Joachim Carl

Termine

Bill Snibson ist Engländer – das ist unbestreitbar. Einen Fünf-Uhr-Tee trinkt er allerdings nicht. Im Londoner Arbeiterviertel Lambeth aufgewachsen, verdient er sich sein Geld mit Gelegenheitsjobs. Doch das soll sich bald ändern. Denn es stellt sich heraus, dass Snibson der zwar illegitime aber doch einzige Sprössling des jüngst verstorbenen Earl of Hareford ist, dem nun ein stattliches Erbe winkt. Und so machen Snibson und sein „Girl“ Sally die Bekanntschaft der Upper Class – der feinen englischen Gesellschaft. Sogleich nimmt sich die alte Herzogin Mary vor, aus Bill einen echten Gentleman zu formen, auf dass Bill seine proletarischen Wurzeln vergessen möge. Doch was ist mit Sally? Noel Gay schuf mit „Me and My Girl“ eines der größten Erfolgsmusicals des zwanzigsten Jahrhunderts. Durchdrungen vom Jazz der 30er Jahre besticht „Me and My Girl“ mit Erfolgsnummern wie dem „Lambeth Walk“ und gehört darüber hinaus natürlich zum guten englischen Ton.

 

"Me and My Girl" wird unterstützt durch

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PRESSESTIMME

Farbenprächtiges Spektakel

Theater Vorpommern startet Saison in Stralsund mit dem Erfolgsmusical "Me and My Girl"

 

Brilliant, charmant und schwungvoll – nach dem konzertanten Einstieg hat das Theater Vorpommern nun auch seine Musiktheater-Spielzeit in der Hansestadt Stralsund eröffnet. Und dies sehr unterhaltsam mit der Premiere von Noel Gays Erfolgsmusical „Me and My Girl“. Das britische Stück gibt es seit 1937, aber erst die Frischzellenkur einer Umarbeitung und musikalischen Ergänzung verhalfen dem Stück ab 1985 vor allem in England und den USA – aber auch in Deutschland – zu hohen Aufführungsziffern. Nun also Stralsund, wo das von Kay Link höchst bewegungsfreudig inszenierte und von Adonai Luna sowie Marie-Christin Zeisset choreographierte Spektakel farbenprächtig kostümiert über die als aufgefächertes Buch bebaute Drehbühne (Beatrice von Bomhard) ging. Die Story vom totgeschwiegenen adlig-unehelichen Vorstadtkind (Bill), das als plötzlich blaublütiger, reicher Erbe samt Freundin Sally eine hochwohlgeborene Großfamilie um Vermögen und Verstand bringt, ehe Unterricht in Anstand, Sitte, Sprache und Klassenbewusstsein – wie später Mr. Higgins und Eliza – zum für alle Seiten versöhnlichen Ende führen, ist harmlos.Aber sie besitzt Unterhaltungswert. Geboten werden reizvolle Möglichkeiten phantasievoll witzigen, ironisierenden und karikierenden Ausspielens sich nahezu unaufhörlich neu ergebender, meist auch konfrontativ-brisanter Situationen. Und diese nutzt die Inszenierung mit der betont krassen Zeichnung unterschiedlicher sozialer Standards denn auch so einfallsreich wie ausgiebig. Die harte Belastungen aushaltende, den adligen Clan letztlich beeindruckende Liebe Bills und Sallys wird zur rührend bis launig operettig ausgespielten „Waffe“, die das nicht minder lustvoll und detailfreudig auf die Schippe genommene bornierte Kastendenken des englischen Adels erst konterkariert und es dann mit etwas verschämter Sozialkritik aufweicht. Man sitzt in einem Boot! Vorher aber zieht die Inszenierung alle Register flotten, revuehaften Musiktheaters. Sie lässt temporeich Gegensätze aufeinander prallen, die Dialoge witzig, aber auch messerscharf blitzen, sie lässt tanzen, steppen (!) und – als wohl sicherster Erfolgsgarant – einen singend wie brillant komödiantisch durch das Ganze fegenden Bill (Josua Hien) das Stück prägen. Auch musikalisch bleibt eine Menge hängen: Songs, mal sentimental, mal frech, fetzige Chöre (Lambeth Walk!) und ein modernisiertes, recht typisches Musical-Arrangement. Hörenswert auch die vielen Protagonisten; hier in Auswahl Katarzyna Rabsczuk, Doris Hädrich- Eichhorn, Alexander Constantinescu, Franziska Ringe, Maciej Kozlowski und Johannes Richter. Dazu Opernchor (Julija Domaševa), Ballett und Philharmonisches Orchester unter Leitung des neuen 1. Kapellmeisters Harish Shankar. Drei Stunden so aufwendigen wie professionell gemeisterten Gute-Laune-Kraftakts haben sich gelohnt.

Ostsee - Zeitung, Ekkehard Ochs