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Kiss Me, Kate

Musical in zwei Akten von Cole Porter

Eine musikalische Komödie
Buch von Samuel und Bella Spewack
Musik und Gesangstexte von Cole Porter
Neue Orchestration von Don Sebesky (Broadway 1999)
Deutsch von Susanne Felicitas Wolf

Termine

Längst sind sie glücklich geschieden, doch immer noch brodelt es zwischen den beiden – oder knistert es wieder? Fred Graham, Leiter einer Theatertruppe, die Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ in einer musikalischen Fassung einstudiert, hat für die weibliche Hauptrolle der widerspenstigen Kate ausgerechnet seine Exfrau Lilli Vanessi engagiert, während er sich selbst die Rolle des „Frauenzähmers“ Petrucchio zugedacht hat. Wen wundert's, dass die beiden ihre Ehealtlasten und privaten Beziehungsgefechte nun auch noch auf der Bühne fortsetzen, weil sie die Vergangenheit nicht loslassen können? Amouröse Turbulenzen und diverse Missverständnisse sind vorprogrammiert, denn zunehmend beginnt sich das Bühnenleben mit der Wirklichkeit zu vermischen …
Die Idee eines Stücks im Stück, einer Bühne auf der Bühne ist so alt wie das Theaterspielen selbst. Doch in kaum einem anderen Werk werden die verschiedenen Erzählebenen und Perspektiven so reizvoll ausgeleuchtet und kunstvoll miteinander verschränkt wie in Cole Porters erfolgreichstem Musical „Kiss me, Kate“, das seit seiner Uraufführung am Broadway 1948 mit seinen eingängigen Melodien und quirligen Tanzeinlagen von den Theaterbühnen der Welt nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

Angebote der Theaterpädagogik:

Materialmappe, Workshops zur Vor- und Nachbereitung, Workshop Musiktheater entdecken, Vorschau für Lehrer*innen

 

Mehr Informationen zu den übrigen Formaten

Kontakt Theaterpädagogik: Sabine Kuhnert

PRESSESTIMME

„Schlag nach bei Shakespeare“ – es lohnt!

Cole Porters Musical „Kiss me, Kate“ wurde am Samstag in Stralsund begeistert gefeiert

Wie raffiniert: Auf der Bühne ein Spiel im Spiel und das lustvolle Vergnügen, dadurch gegebene Möglichkeiten des variablen Ebenen-Wechsels samt dramaturgisch dankbarer Beziehungskonstellationen bühnenwirksam zu nutzen. Cole Porter, Kultfigur besten amerikanischen Musicalstils, hat mit „Kiss me, Kate“ (1948) genau das getan und damit einen seit vorgestern auch am Theater Vorpommern erlebbaren Welterfolg gelandet. Wenn es eines Beweises bedurfte, dass ein geschickt geschriebenes Script, echtes Bühnenfeeling sowie die Text- und Musikqualitäten (Songs!) eines Cole Porter noch heute sehr unterhaltsam daherkommen können, dann haben das die Aufführung in Stralsunds Großem Haus und der begeisterte Premierenapplaus deutlich gezeigt. Da ist zunächst der Stoff. Erste Ebene: Eine Theatertruppe erarbeitet – mit entsprechendem Drum und Dran – Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Zweite Ebene: Szenen aus Shakespeares Stück selbst. Was beide dominiert, ist großer Zoff zwischen den beiden erst unlängst geschiedenen Protagonisten. Zum Einen realiter (Scheidung), zum Anderen „gespielt“ bei Shakespeare. Und dort schlägt ersteres mit Zänkereien und Handgreiflichkeiten immer wieder durch: Eine partou nicht heiraten wollende (Shakespearsche) Widerspenstige probt – die Lebensrealität ziemlich direkt und wütend ausnutzend - den Aufstand! Ein Klasse- Bühnenspektakel á la commedia dell´arte. Natürlich mit happy end! Und mit einer Musik, die qualitativ jenseits gängiger Musical-Klischees liegt: hörbar von charakteristischen Situationen des Stückes inspiriert, gute alte Traditionen auch europäischen Musiktheaters aufgreifend und im Songstil (Welthits!) von ausgeprägter Individualität. Alles in allem beste Voraussetzungen für eine ambitionierte Aufführung. Wie vorgestern in Stralsund!
Manfred Ohnoutka (als Gast) inszeniert das Stück als äußerst schwungvolle, sehr für sich selbst sprechende Musikalische Komödie. Auf einer nur wenige Versatzstücke phantasievoll und praktisch nutzenden Bühne, mit raschen Tempowechseln, quirligen Ensembleszenen und wenig Scheu vor komödiantischem Theaterdonner reizt er alle Möglichkeiten effektvollen, bewusst kontrastgeschärften und abwechslungsreichen Spielens aus. Zu danken ist das vor allem auch einer Choreografie (Isabella Rapp (a. G.), die den Solisten wie dem wieder glänzend singenden Chor (Mauro Fabbri) bemerkenswert geglückt ein hohes Maß an anspruchsvollen gruppentänzerischen Aktionen abfordert. Beweglichkeit und Bewegung dominieren ein Spiel, das mit der die Bezugsebenen trennenden, teils opulenten Kostümierung (Bühne und Kostüm Christopher Melching) optisch punktet, vor allem aber als perfekte Musikshow glänzt. Hochform bei allen Protagonisten! Es ist kein Nachteil, wenn sich in der der hier gewählten, klangüppigeren und schon mal an Operette erinnernden Orchesterfassung von 1999 (Dom Sebesky) sichtlich inspirierte, von Spielfreude und Spielwitz geprägte, ja enthusiasmiert scheinende OpernsängerInnen engagieren. Allen voran Franziska Ringe und Alexandru Constantinescu, Katarzyna Rabczuk und Semjon Bulinsky, Karo Khachatryan, Yuji Natsume, Andrey Valiguras, Phila Terttunen und Thomas Rettensteiner. Beste Spiellaune auch bei Vorpommerns Philharmonikern, denen unter Leitung des seit Spielzeitbeginn neuen 1. Kapellmeisters Alexander Steinitz nichts an musikantischer Verve und verführerischer Klanglichkeit abging.

Ekkehard Ochs, Ostsee-Zeitung